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Privatkrankenanstalten bedauern Stillstand bei KV-Verhandlungen


1. Februar 2019

 

Auch in der gestrigen 3. Verhandlungsrunde der KV-Verhandlungen ist es zwischen dem Verband der Privatkrankenanstalten und der Gewerkschaft vida zu keiner Annäherung gekommen. Der Verhandlungsführer und Generalsekretär des Verbands der Privatkrankenanstalten Österreichs, Mag. Stefan Günther, bedauert den Stillstand bei den Verhandlungen: „Wir sind gerne zu zielführenden Gesprächen bereit, um die bestmögliche Lösung für Erhöhungen und Anpassungen zu erarbeiten. Bei ständig wechselnden Forderungen seitens der Gewerkschaft von deutlich über 5 % werden Verhandlungen allerdings destruktiv.“

Ziel der Arbeitgebervertreter war es, sich bei der dritten Verhandlungsrunde dem Verhandlungsergebnis anzunähern. „Wir sind bemüht, ein interessantes Paket mit zusätzlicher Freizeit für die MitarbeiterInnen anzubieten. Nach schwierigen Verhandlungen und langwierigen Diskussionen übers Rahmenrecht liegen wir allerdings noch weit auseinander“, kommentiert Mag. Günther die aktuelle KV-Runde. Dass den Arbeitgebern laut Gewerkschaft zehn Prozent mehr öffentliche Gelder zur Verfügung stehe, lässt Günther nicht als Begründung für Forderungen in ausufernder Höhe seitens der Arbeitnehmervertretung gelten: „Hier wurde seitens der Politik endlich auf die jahrelangen Forderungen der Privatkrankenanstalten reagiert, die in den letzten Jahren unterdurchschnittliche Valorisierung der Leistungsabgeltung zumindest zum Teil zu reduzieren und faire Verhältnisse zu schaffen. Die Erhöhung des PRIKRAF-Topfes bedeute allerdings nicht, dass damit unrealistische Forderungen im Kollektivvertrag abgedeckt werden können.“

Fehlende konkrete rahmenrechtliche Forderungen

Darüber hinaus wurden auch das von den Privatkliniken vorgelegte Zahlenwerk in Frage gestellt und Einzelbeispiele diskutiert, wo es im Sinn der KV-Verhandlungen vielmehr um ein Gesamtergebnis für alle Unternehmen und MitarbeiterInnen gehen sollte. „Uns wird unterstellt, dass wir maximal die Inflation anbieten würden – der VPI dient den Privatkrankenanstalten aber lediglich als Basis. Neben zusätzlicher Freizeitregelung für MitarbeiterInnen beinhaltet unser aktuelles Angebot eine 0,3 % über dem VPI liegende Lohnerhöhung. Unter Berücksichtigung der zusätzlichen Freizeitkomponente bedeutet dies für die DienstnehmerInnen ein durchaus attraktives Paket. Für ein konkretes Angebot benötigen wir aber auch eine genauere Vorstellung von den rahmenrechtlichen Forderungen seitens der Arbeitnehmervertreter. Allerdings wurden diese seitens vida nicht klar ausgesprochen“, fordert Günther die Gewerkschaft zur Konkretisierung ihrer Forderungen auf.

KV-Verhandlungen für alle Privatkliniken

Irritiert zeigt sich Günther auch über die Wahrnehmung der Ärztekammervertreter, die in einer aktuellen Aussendung von einem Abbruch der Verhandlungen vom 30. Jänner sprechen und den Arbeitgebervertretern einseitige Einflussnahme unterstellen. „Wir haben bei der 3. Runde leider zu keiner Annäherung gefunden, die Gespräche wurden aber nicht abgebrochen und wir sind weiterhin für konstruktive Gespräche mit allen Beteiligten offen. Auch sei nochmals betont, dass es sich um österreichweite KV-Verhandlungen für alle Privatkliniken und nicht nur für eine Gruppe handelt“, stellt Mag. Stephan Günther klar.

Über den Verband

Der Verband der Privatkrankenanstalten Österreichs ist seit 1953 die Interessensvertretung für Rechtsträger privater Krankenanstalten und verfügt über eine eigene Kollektivvertragsfähigkeit. Er repräsentiert eine der tragenden Säulen des österreichischen Gesundheitswesens.