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VPKA-Kongress: Speaker Thomas Bublitz über die „Initiative Qualitätsmedizin“


22. August 2017

Für den 1. Kongress des Verbands der Privatkrankenanstalten wurden exklusiv für unsere Mitglieder ExpertInnen der Branche ausgewählt, um das brisante Thema „E-Health“ von allen Seiten zu beleuchten.

In der folgenden, auf www.privatkrankenanstalten.at erscheinenden Interviewreihe erhalten Sie nicht nur Informationen über die Vorträge, Sie gewinnen so auch einen spannendenden Überblick über neuartige Innovationen, Technologien und Strategien für die Gesundheitsbranche der Zukunft.

Initiative Qualitätsmedizin – Transparente Darstellung und Vergleich von Qualitätsdaten

Thomas Bublitz ist Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands Deutscher Privatkliniken e.V. mit Sitz in Berlin. Unter seiner Führung entstand die „Initiative Qualitätsmedizin“, in deren Rahmen über 300 Kliniken verschiedener Trägerschaften Qualitätsdaten veröffentlichen. Was die transparente, vergleichbare Qualitätsdarstellung betrifft, stellt dies ein Novum dar – nicht nur in Deutschland, sondern auch international.

Herr Bublitz, welche Rolle kommt der Transparenz in einem zukunftsgerichteten Krankenhaus zu?

Die Bedeutung von Transparenz nimmt zu. Dabei geht es in erster Linie um die Transparenz der Behandlungsqualität. Die PatientInnen, die Medien und die Krankenkassen werden für das Thema der Behandlungsqualität in Krankenhäusern immer interessierter. PatientInnen wählen Krankenhäuser und die Rehabilitationseinrichtungen gezielt aus. Die Zeiten, in denen das nächstgelegene Hospital die PatientInnen „sicher hat“, sind vorbei. Krankenhäuser und Rehabilitationseinrichtungen müssen sich dem öffentlichen Qualitätsvergleich stellen. Sie sind deshalb gut beraten, wenn sie mutig und proaktiv mit dem Thema Qualitätstransparenz umgehen und auch auf die Entwicklung von Qualitätsindikatoren Einfluss nehmen.

Dieser öffentliche Qualitätsvergleich fordert eine andere Orientierung zu den PatientInnen, ist das etwas, was sich generell über die Zukunft von Medizin sagen lässt?

Ja, das zukunftsgerichtete Krankenhaus fällt durch deutlich mehr PatientInnenorientierung auf. Dabei geht es vor allem um eine verbesserte und systematische Kommunikation von Krankenhausmitarbeitern, insbesondere ÄrztInnen und Pflegekräften mit den PatientInnen. Die Kommunikation genauso wie die medizinische Versorgung werden eng IT-gestützt geleitet, organisiert und dokumentiert. Systeme der künstlichen Intelligenz spielen bei der Diagnostik eine bedeutende Rolle und entlasten so das medizinische Personal und schaffen eine leitliniengerechtere Versorgung. Die PatientInnen wissen, wie Ihre nächsten Behandlungsschritte verlaufen.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der konsequenten Schmerz- und Angstvermeidung.

Innovationen sind nicht immer einfach zu tätigen – oft erfordern Sie auch für wirtschaftliche Unternehmen in erster Linie Mut und Kapital. Warum lohnt es sich gerade für Akteure der Gesundheitsbranche, in die Zukunft zu investieren?

Innovationen und Veränderungen werden auch vor Krankenhäusern und Rehabilitationseinrichtungen nicht haltmachen. Es wäre eine Illusion anzunehmen, dass medizinische Versorgung ausschließlich eine von jedem einzelnen Akteur individuell geprägte ärztliche und therapeutische Leistung bleiben wird. Spezialisierung und Standardisierung mit IT Unterstützung werden die Zukunftsfähigkeit von Krankenhäusern und Rehabilitationseinrichtungen bestimmen. Wer glaubt, dass diese Entwicklungen an den Kliniken in Deutschland und vermutlich auch in Österreich vorbeigehen wird, täuscht sich aus meiner Sicht. Insofern möchte ich allen Akteuren empfehlen, neugierig und mutig die Entwicklungen der Gesundheitsversorgung national und international zu verfolgen. Wir müssen immer bereit sein, mutig die ausgetretenen Pfade zu verlassen und nach neuen Wegen zu suchen.

Thomas Bublitz