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Medizin Blog: Das Kinderwunschzentrum Goldenes Kreuz zieht Bilanz – Ein Jahr nach der Novelle des Fortpflanzungsmedizingesetz


8. Februar 2016

Vor einem Jahr trat die höchst umstrittene Novelle zum Fortpflanzungsmedizingesetz in Kraft. Die geäußerten Bedenken können relativiert werden: In der Praxis betreffen die gesetzlichen Veränderungen vor allem lesbische Paare mit Elternwunsch, sowie heterosexuelle Paare, bei denen eine IVF-Behandlung mit Donor-Samen zum Einsatz kommt, bilanziert Univ. Prof. Andreas Obruca, Gründer und Leiter des Kinderwunschzentrum Goldenes Kreuz.

„Die neu zugelassene Eizellspende kommt in der Praxis kaum zum Einsatz“, berichtet Obruca. „Die gesetzlich vorgesehenen Bedingungen sind so eng, dass kaum jemand die Möglichkeit der Eizellspende in Anspruch nehmen kann.“ Der Fertilitätsmediziner spricht von „totem Recht“: Bei den Frauen, die nach den novellierten Bestimmungen eine Eizellspende in Anspruch nehmen könnten, sind die Chancen auf erfolgreiche Behandlung trotzdem gering.

Auch die Präimplantationsdiagnostik (PID), die seit Anfang 2015 bei Paaren, bei denen erfolglose künstliche Befruchtungen oder Aborte Hinweis auf die genetische Disposition des Embryos geben, rechtens ist, gab es in der Praxis wenig Anwendungsmöglichkeit. Zwar wird die Geburt des ersten Kindes nach PID im März erwartet, Paare, bei denen eine monogenetische Erkrankung der Eltern vorliegt, sind aufgrund einer ausstehenden Entscheidung des wissenschaftlichen Ausschusses für Genanalyse und Gentherapie „weiterhin auf Warteposition“, so Obruca.

Die Paare, bei denen eine IVF-Behandlungen mit Donor-Samen durchgeführt wird, profitieren mitunter am meisten von der Gesetzesnovelle:  „Jene Paare, bei denen zusätzlich zur Infertilität des Mannes eine eingeschränkte Fruchtbarkeit der Frau vorliegt, haben nun viel höhere Chancen auf eine Schwangerschaft“, berichtet Obruca.

Darüber hinaus sorgte die Zulässigkeit der künstlichen Befruchtung gleichgeschlechtlicher Paare für die stärksten Veränderungen in der Praxis des Kinderwunschzentrums Goldenes Kreuz. Die Behandlung lesbischer Paare ist zur Routine geworden. Um den speziellen Fragestellungen  und Anforderungen gerecht zu werden, wurde im Goldenen Kreuz ein Kompetenzzentrum für Regenbogenfamilien gegründet. „Wir haben schnell erkannt, dass lesbische Paare zum Teil andere Fragen und Bedürfnisse haben als heterosexuelle. Diesen tragen wir mit dem Kompetenzzentrum für Regenbogenfamilien Rechnung.“, so Obruca.

Das Kinderwunschzentrum Goldenes Kreuz bietet Paaren mit Kinderwunsch ein breites Spektrum an Behandlungen. Es verfügt über ein Expertenteam an erfahrenen Ärzten und hervorragend ausgebildeten Mitarbeitern. Moderne Therapieansätze wurden hier entwickelt, bzw. erstmals angewandt. Das zertifizierte Zentrum wurde von Univ. Prof. Andreas Obruca und Univ. Prof. Dr. Heinz Strohmer im Jahr 2000 gegründet.

Das Kinderwunschzentrum ist ein Privatinstitut; es ist nicht nur örtlich, sondern auch strukturell in den Spitalsalltag der Privatklinik Goldenes Kreuz eingebunden.