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Innovative Rehabilitation: „Gute Therapie muss auf dem neuesten Stand der Wissenschaft sein!“


11. November 2019

Eine individuell angepasste Therapie erleichtert das Zurechtfinden im Alltag nach einem Rehabilitationsaufenthalt und dient gleichzeitig als Rückfallprophylaxe für die PatientInnen. Die privat geführten Rehabilitationszentren Österreichs setzen neben der sozialen Kompetenz auf Innovation, wie drei Beispiele aus Rehakliniken zeigen: Durch stete Weiterentwicklung der Therapiegeräte und -konzepte nach dem neuesten Stand der Forschung bieten sie den PatientInnen maßgeschneiderte, evidenzbasierte wie zeitgemäße Methoden zur Rehabilitation und Prävention.

 

Forschung als wichtige Komponente in der Reha

Prim. Univ.-Doz. Dr. Christian Brenneis ist neben seiner Funktion als Ärztlicher Direktor des Reha Zentrums Münster auch Leiter des seit 2015 mit der Karl Landsteiner Gesellschaft gegründeten Instituts für interdisziplinäre Rehabilitation. „Motivierte und hochqualifizierte MitarbeiterInnen und eine zeitgemäße medizintechnische Ausstattung sind für optimale Therapieergebnisse entscheidend, ersetzen jedoch nicht Innovation und die Entwicklung neuer Strategien durch Forschung“, erklärt Brenneis den Hintergrund der Institutsentstehung. „Durch die Vernetzung zwischen Rehazentrum und Institut können wir deutlich schneller die Effektivität von Therapieverfahren messbar machen und auch Langzeitprognosen anstellen.“ Die hier entwickelte Therapie-App für Multiple Sklerose-PatientInnen wird derzeit im Rahmen einer Studie in mehreren Rehabilitationszentren bundesweit evaluiert – dies ist einzigartig und setzt neue Maßstäbe im Zeitalter digitaler Gesundheitsdienste: „Eine App kann jeder erfinden, gute Therapie muss aber evidenzbasiert sein, nur so kann Rehabilitation langfristig gelingen“, betont Brenneis.

 

Mit Software-Unterstützung zur effizienteren Therapie

Die medizinische Rehabilitation verfolgt einen holistischen Ansatz um PatientInnen eine Rückkehr in ihr gewohntes Leben zu ermöglichen. Immer öfter kommt dabei neueste Technologie zum Einsatz: „Durch die Berücksichtigung persönlicher Faktoren, wie etwa berufliche Anforderungen, das familiäre und private Umfeld etc., können wir unsere Patientinnen und Patienten optimal behandeln. Die Behandlung erfolgt bei uns im Malcherhof durch ein interdisziplinäres Team und wird mittels anerkannter Therapiemethoden und den Einsatz moderner Therapiegeräte ideal umgesetzt“, erklärt Prim. Univ.-Prof. Dr. Georg Stummvoll, Ärztlicher Direktor vom Klinikum Malcherhof Baden. Die in der Rehabilitationseinrichtung für Erkrankungen des Bewegungs- und Stützapparates beispielsweise eingesetzten softwaregestützten Trainingsgeräte können individuell eingestellt werden und ermöglichen damit eine effizientere Therapie. „Im Zeitalter der Digitalisierung stehen außerdem Entwicklungen von telemedizinischen Maßnahmen im Fokus“, fügt Stummvoll hinzu. „Damit können PatientInnen in Zukunft ihre Therapien im häuslichen Umfeld weiterführen und so ihren Gesundheitszustand über den stationären Aufenthalt hinaus langfristig stabilisieren.“

 

Der Mensch im Mittelpunkt

Die langfristige Stabilisierung ist auch laut Mag. Stefan Günther der größte Vorteil beim Einsatz innovativer Geräte und Trainingsmethoden. Der Generalsekretär des Verbands der Privatkrankenanstalten und Geschäftsführer der Klinikum Austria-Rehabilitationskliniken sowie des Reha Zentrum Münsters in Tirol sieht bei den zukünftigen Entwicklungen die PatientInnen als zentralen Faktor: „Sie müssen an erster Stelle stehen. Das heißt bei der Entwicklung von Anwendungen werden Usability sowie die Integrierbarkeit in den Alltag eine sehr wichtige Rolle einnehmen.“ Wie gut das tatsächlich gelingt, hängt laut Günther unter anderem von der Qualität der interprofessionellen Zusammenarbeit zwischen medizinischem Personal, der Wissenschaft und den Entwicklern selbst ab. Er fügt hinzu: „Wir sind schon jetzt zunehmend gefordert, mit den grundsätzlich schon zur Verfügung stehenden Daten zu arbeiten, um in der Diagnostik noch genauer und in der Therapie noch individueller zu werden.“

Innovative Rehabilitationsmethoden im Malcherhof, © PremiQaMed Group, Fotograf: Bernhard Schramm
Das Rehazentrum Münster vernetzt Rehabilitation mit modernen Forschungsergebnissen © WEST. Fotostudio

 

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