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Gleiches Entgelt für gleiche Leistung: Interessensvertretungen der privaten Krankenanstalten fordern bundesweit einheitlichen LKF-Punktewert


24. August 2016

Wien/Alpbach, 23. August 2016. Die Finanzierung der stationären Krankenhausleistungen soll durch einen bundesweit einheitlichen Wert je LKF-Punkt für öffentliche und private Krankenanstalten erfolgen, so die Forderung des Fachverbands der Gesundheitsbetriebe (WKÖ) und des Verbands der Privatkrankenanstalten Österreichs. Im Zuge einer Podiumsdiskussion, die am 22.8. in Alpbach stattfand, erörterten die DiskutantInnen Fachverbandsobmann Julian M. Hadschieff, Hauptverbandsvorsitzende und WKO Vizepräsidentin Ulrike Rabmer-Koller, Stadträtin Sonja Wehsely, Gesundheitsunternehmer Heinz Lohmann aus Deutschland, Universitätsprofessor Gottfried Haber sowie Thomas Kreuz, Präsidiumsmitglied im Verband der Privatkrankenanstalten Österreichs die Vor- und Nachteile dieser Forderung sowie Ansätze für eine mögliche Umsetzung. Ausgangspunkt war eine Studie von Gottfried Haber, welche die unterschiedliche LKF-Bewertung zwischen öffentlichen und privaten Krankenanstalten in Frage stellt.

 

In Österreich liegt jeder medizinischen Indikation ein sogenannter LKF-Punktewert zu Grunde (Anm.: LKF = Leistungsorientierte Krankenanstaltenfinanzierung). Allerdings gibt es Unterschiede in der Bewertung – je nachdem ob die Leistung von einer öffentlichen oder privaten Krankenanstalt erbracht wird. „Da das LKF-System durch unterschiedliche Bepunktung der Leistungen ohnehin eine Differenzierung auf Basis der variablen Kosten vornimmt, ist die unterschiedliche Gestaltung der LKF-Punktewerte selbst systematisch nur schwer argumentierbar. Eine Weiterentwicklung des prinzipiell ökonomisch sinnvollen LKF-Systems würde vor allem zu mehr Transparenz führen“, so Gottfried Haber zum Ergebnis der Studie. Daher fordern der Fachverband der Gesundheitsbetriebe sowie der Verband der Privatkrankenanstalten Österreichs eine dringende Veränderung im
Finanzierungssystem: „Ein bundesweit einheitlicher Wert je LKF-Punkt für öffentliche und private Krankenanstalten, ein effizienter Mitteleinsatz und Transparenz sind die essentiellen Schritte, um unser solidarisches Gesundheitssystem nachhaltig und langfristig abzusichern“, ist Julian M.
Hadschieff überzeugt. Und er betont: „Unsere Verpflichtung ist das Wohl der PatientInnen. Es geht immer um ein ‚sowohl als auch‘ und nie um ein ‚entweder oder‘, denn private Medizin ist ein integraler Bestandteil der österreichischen Gesundheitsversorgung. Auch Thomas Kreuz fordert dringend mehr Transparenz und Effizienz im Gesundheitssystem: „Die Intransparenz muss endlich ein Ende haben und Gesundheitsdienstleistungen sind bundesweit einheitlich zu kalkulieren.“
Auch für Hauptverbandschefin Ulrike Rabmer-Koller stehen notwendige Harmonisierungen im Zentrum, um das Gesundheitssystem insgesamt modern und leistungsfähig aufzustellen: „Wir brauchen Gesamtkonzepte und müssen die Effizienz erhöhen. Ein einheitlicher Finanzierungstopf muss unser Ziel sein, wobei im Mittelpunkt immer der Patient steht und das, was er an medizinischen Leistungen braucht.“ Sonja Wehsely plädiert ebenso vor allem für mehr Transparenz, denn sie sei die Basis für einheitliche Entscheidungen. Aber „das LKF Modell ist kein abschließend sinnvolles System“, so die Stadträtin, fügt allerdings hinzu: „Es muss Gleiches mit Gleichem verglichen werden. Wenn wir uns anschauen, was der öffentliche und der private Bereich leisten, ist das kein Vergleich auf Augenhöhe.“ Dennoch sieht auch sie die Notwendigkeit einer Veränderung im System: „Wenn man den öffentlichen Bereich aufrechterhalten will, muss es Veränderungen geben und wir sind noch lange nicht am Ziel.

Dieser Zwang zur Veränderung wird von Heinz Lohmann unterstrichen: „Auch in Deutschland hat es ein statisches System gegeben. Der Anlass es aufzubrechen, war die Gesellschaft. Sie ändert sich, also muss sich auch das System ändern.“

Die Rolle der Privatkrankenanstalten stellt keiner der DiskutantInnen in Frage. Die Wahlfreiheit für PatientInnen soll bleiben, denn Pluralismus ist auch im Gesundheitssystem wichtig. Auch darüber, dass es einer Veränderung bedarf, sind sich die Podiumsgäste einig. „Voneinander lernen ist angesagt. Wir müssen sicherstellen, dass die Versorgung funktioniert und der Qualität noch viel mehr Augenmerk schenken“, so Hadschieff abschließend. Und Kreuz ergänzt: Es gibt einen eindeutigen Trend in Richtung Privatmedizin, der nicht zuletzt auf Lücken im öffentlichen System zurückzuführen ist. Eine beidseitige Entwicklung ist daher umso wichtiger.“

vlnr: Gottfried Haber - Ulrike Rabmer-Koller - Heinz Lohmann - Thomas Kreuz - Sonja Wehsely - Julian Hadschieff
vlnr: Gottfried Haber - Thomas Kreuz - Heinz Lohmann - Ulrike Rabmer-Koller - Julian M. Hadschieff - Sonja Wehsely

 

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