Mag. Annette Leja ist seit 1995 im Privatklinik Kettenbrücke in Innsbruck tätig, wo sie verschiedene Leitungsfunktionen übernahm und seit Jänner 2023 erneut als Geschäftsführerin und Verwaltungsdirektorin verantwortlich zeichnet. In dieser Rolle ist sie für die strategische Unternehmensentwicklung, die Steuerung von Change-Prozessen sowie für die Organisations- und Personalentwicklung zuständig. In den Jahren 2021 und 2022 war Annette Leja Landesrätin für Gesundheit, Pflege und Wissenschaft in der Tiroler Landesregierung. In dieser Zeit trug sie die politische Verantwortung für das Gesundheits- und Pflegesystem des Landes, insbesondere für die Pandemiebewältigung, die Entwicklung neuer Pflegekonzepte und die Etablierung der Gesundheitsdirektion Tirol. In diesem Zusammenhang war sie auch Eigentümervertreterin und Mitglied in verschiedenen Aufsichts- und Beiräten von Landesgesellschaften und universitären Einrichtungen, darunter die Tirol Kliniken GmbH. Neben ihrer beruflichen Tätigkeit war sie bis 2021 als Lektorin am Management Center Innsbruck (MCI) für Non-profit- und Gesundheitsmanagement tätig und engagierte sich in zahlreichen Ausschüssen und Fachgremien der Wirtschaftskammer Tirol und Österreich, insbesondere im Bereich der privaten Krankenanstalten und Gesundheitsbetriebe. Seit 2025 Ist sie erneut in verschiedene Funktionen in der Wirtschaftskammer aktiv. Seit September 2025 ist Mag. Leja Vizepräsidentin im Verband der Privatkrankenanstalten Österreichs.
Frau Leja ist Teil vom zweiten Tag unseres Futuretalks, unserer exklusiven jährlichen Veranstaltung für Mitglieder, die heuer Anfang Oktober in Tirol stattfindet.
Unten finden Sie ein Kurzinterview mit ihr.
F: Wenn Sie auf das Jahr 2035 blicken: Was wird die größte Veränderung für Patientinnen und Patienten sein?
Leja: Die Dinge entwickeln sich in Österreich üblicherweise nicht allzu schnell, insofern ist 2035 gar nicht so fern. Was ich jedenfalls erwarte, dass es mehr digitale Angebote gibt, von Diagnosen bis hin zu Verlaufskontrollen und Therapie z.B. von chronisch Kranken. Der ambulante Bereich wird aufgewertet sein, die stationären Aufenthalte weiter verkürzt und damit viel Nachsorge nach Haus ausgelagert sein.
F: Wer wird künftig stärker über Gesundheit entscheiden: Ärzt:innen, Algorithmen, Politik oder die Patient:innen selbst?
Leja: Ich hoffe, es werden die PatientInnen gemeinsam mit den ÄrztInnen und den ExpertInnen der nichtärztlichen Gesundheitsberufe sein. Die Strukturund die Finanzierung muss so gestaltet sein, dass der Outcome für die PatientInnen möglichst hoch ist und das Gesundheitswesen möglichst wenig mit sich selbst beschäftigt ist.
F: Bitte vervollständigen Sie den Satz: „Gesundheit der Zukunft gelingt (nur), wenn …“
Leja: „Gesundheit der Zukunft“ gelingt, wenn die Prozesse auf das Patientenwohl und die Qualität ausgerichtet sind. Optimale Patientenführung ist zentral, Brüche im System mindern das Ergebnis und kosten viel Geld.