Mit 1. Jänner 2026 feiert Dr. Erich Sieber 50 Jahre Tätigkeit im Verband der Privatkrankenanstalten Österreichs. Davon war er 25 Jahre als Generalsekretär und 10 Jahre als Präsident tätig. Im Jahr 2010 ernannte ihn die Generalversammlung einstimmig zum Ehrenpräsidenten – ein Amt, das Dr. Sieber bis heute mit großem Engagement ausübt und den Verband weiterhin unterstützt.
Dr. Erich Sieber studierte Rechtswissenschaften und promovierte 1973 in Wien. Nach zweijähriger Tätigkeit als Leiter der Rechtsabteilung in einer großen Baugesellschaft wurde er 1975 zum stellvertretenden Generalsekretär der Österreichischen Gesellschaft vom Goldenen Kreuze berufen und Anfang 1976 zum stellvertretenden und am 1.7.1976 zum Generalsekretär des Verbandes der Privatkrankenanstalten Österreichs gewählt, der damals auf Wien, Niederösterreich und Burgenland beschränkt war. Seine Karriere umfasste zahlreiche Funktionen: Generalsekretär des Evangelischen Krankenhausvereines Wien, Vizepräsident und Präsident des Europäischen Verbandes der Privatkrankenanstalten, Vorstand und später Aufsichtsrat der Einkaufs- und Wirtschaftsgenossenschaft für soziale Einrichtungen (P.E.G.). Zudem leitete Dr. Sieber von 1975 bis 1987 das Privatspital Goldenes Kreuz parallel dazu von 1978-1986 das dem Goldenen Kreuz gehörende Spital Confraternität in Wien, und seit 1.7.1987 das Evangelische Krankenhaus. Für seine Verdienste wurde Dr. Sieber 2002 mit dem Goldenen Ehrenzeichen und 2011 mit dem Großen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich ausgezeichnet.
Im Verband prägte Dr. Sieber die Entwicklung maßgeblich: von ausgewogenen Kollektivvertragsverhandlungen über die Einführung einer der ersten Patientenrechtschartas bis hin zur Qualitätssicherung und der Schaffung europaweiter Standards für Privatkrankenanstalten. Weiters zählen die Ausarbeitung und Veröffentlichung der Allgemeinen Geschäftsbedingungen für Privatkrankenanstalten sowie der Allgemeinen Vertragsbedingungen für in diesen Einrichtungen tätige Ärzte zu seinen Initiativen. International setzte er sich durch die Mitbegründung des Europäischen Verbandes für Privatkrankenanstalten (UEHP) ein.
Wir danken Dr. Erich Sieber herzlich für sein außerordentliches Engagement für den Verband der Privatkrankenanstalten Österreichs und seine großen Verdienste um das österreichische Privatkrankenanstaltenwesen.
Im Anschluss folgt ein Interview mit Dr. Erich Sieber, in dem Sie aus erster Hand erfahren können, welche Erfahrungen er in 50 Jahren Verbandstätigkeit gemacht hat und was es bedeutet, ein halbes Jahrhundert für den Verband der Privatkrankenanstalten Österreichs tätig zu sein.
Dr. Sieber, Sie sind seit 50 Jahren im Verband tätig – was treibt Sie nach wie vor an?
Die Verbundenheit zum Verband der Privatkrankenanstalten seit dem Jahr 1976, damals nur Verband der Privatkrankenanstalten für Wien, NÖ und Burgenland, der zu Beginn nur 7 Mitglieder hatte und derzeit insgesamt über 80 Mitglieder verfügt. Dieses Wachstum, das auch nach meiner aktiven Zeit durch die Verbandsführung vorangetrieben wurde und die damit verbundene Steigerung der Bedeutung des Verbandes ist für mich ein Antrieb auch weiterhin den Verband nach Möglichkeit zu unterstützen.
Wenn Sie auf Ihre Anfangszeit zurückblicken, welche Erinnerungen sind Ihnen besonders wertvoll?
Vor allem die Erinnerung an die Unterstützung, die ich durch meine engste Mitarbeiterin, Frau Pekatschek, erfahren habe. Der Verband hatte damals noch keine angestellten Mitarbeiter, hatte auch nicht die finanziellen Mittel dafür. Daher bin ich auch heute noch für die damals geleistete Aufbauarbeit durch diese Mitarbeiterin besonders dankbar. Diese Erinnerung an diese schweren Aufbauzeiten ist für mich besonders wertvoll. Eine besondere Erinnerung ist für mich auch die vor fast 40 Jahren gestartete Gründungsgeschichte der UEHP, des Verbandes der Europäischen Privatkrankenanstalten für eine Zusammenarbeit auf internationaler Ebene. Die juristische Herausforderung der Schaffung von auch dem Landesrecht der einzelnen Mitglieder entsprechenden Statuten war eine große Aufgabe die mich als Jurist besonders gefordert aber auch begeistert hatte.
Wenn Sie die Meilensteine des Verbandes Revue passieren lassen – welche Entwicklungen waren für Sie persönlich wichtig?
- Der Schritt den Verband für Wien, NÖ und das Burgenland zum Verband der Privatkrankenanstalten Österreichs zu entwickeln und der Kampf die Kollektivvertragsfähigkeit auch für den statutenmäßig nun auf ganz Österreich erweiterten Verband auch weiterhin für diesen anerkennen zu lassen.
- Der Beitritt des Verbandes der Pflegeheime, wodurch der Verband mit einem Schlag eine wesentliche Erweiterung erfahren hatte.
- Der Umzug von einem kleinen Büro im Evangelischen Krankenhaus in einen modernen Maßstab für einen Verbandsbetrieb entsprechendes Verbandsbüro in der Domgasse und die Übersiedlung sodann in das noch wesentlich geeignetere und besser nutzbare Büro in der Lehargasse im 6. Bezirk.
- Die Gründung der österreichischen P.E.G. Einkaufs- und Wirtschaftsgenossenschaft für soziale Einrichtungen reg. Gen. m.b.H. – mit nur fünf Gründungsmitgliedern. Der P.E.G. gehören derzeit rund 2400 Betriebe als Genossenschaft an.
- Die Möglichkeit an der Gründung des Europäischen Verbandes der Privatkrankenanstalten maßgeblich mitgewirkt zu haben. Die Statuten der UEHP wurden im Übrigen in einer zweitägigen Konferenz in Wien im Jahre 1990 verabschiedet.
Wenn Sie Ihre 50 Jahre im Verband in einem Wort bzw. Satz zusammenfassen müssten – wie würde er lauten?
Spannend, herausfordernd und aus meinem Leben nicht wegzudenken!