Seit über 25 Jahren führt Annette Leja die Privatklinik Kettenbrücke in Innsbruck. Leja, geboren im Alpbachtal, ist eine beeindruckende Persönlichkeit, die sowohl die Gesundheitsbranche als auch die Politik mitgestaltete. Nach dem Betriebswirtschaftsstudium stieg Leja innerhalb weniger Jahre zur Verwaltungs‑, dann Geschäftsführerin der Privatklinik auf. Sie vertritt seit vielen Jahren die Privatkliniken in Organisationen wie der Wirtschaftskammer und wurde vor Kurzem zur Vizepräsidentin des Verbandes der Privatkrankenanstalten Österreichs gewählt. Im Frühjahr 2021 wurde sie überraschend als Landesrätin für Gesundheit, Pflege und Wissenschaft in die Tiroler Landesregierung berufen – als politische Quereinsteigerin mit umfassender Erfahrung im Gesundheitsmanagement. Nach der Tiroler Landtagswahl im Herbst 2022 zog sich Annette Leja aus der Politik zurück, um zur Geschäftsführung der Kettenbrücke zurückzukehren.
Getragen von Fachkompetenz, Pragmatismus und dem Anspruch, Gesundheitsversorgung weiterzuentwickeln engagiert sich Annette Leja, Brücken zwischen den Welten der privaten Gesundheitsversorgung und der öffentlichen Verantwortung zu bauen. Der Beitrag der Privatkliniken zur Gesundheitsversorgung in Österreich sei in den letzten Jahren gestiegen und von großer Relevanz. Als Vizepräsidentin des Verbandes der Privatkrankenanstalten Österreichs gehe es ihr darum, diesen Beitrag zur Entlastung des öffentlichen Gesundheitssystems sichtbar zu machen und Rahmenbedingungen zu schaffen, die eine moderne, patientenorientierte Medizin fördern.
Annette Leja ist verheiratet, Mutter eines Sohnes und engagiert sich für innovative Projekte wie etwa neue Wohnformen für Menschen mit Demenz. Sie ist eine Vorreiterin – eine Frau, die Karriere und Verantwortung vereint. Sie zeigt, wie Expertise in Führung und der Mut, Neues zu wagen, Menschen nachhaltig beeinflussen können. Ihre Geschichte ist ein Beispiel dafür, dass Erfolg komplex ist: Im Management, in der Politik und in der Begegnung mit Menschen.
Im folgenden Interview spricht Mag. Annette Leja über ihre neue Funktion, ihre Ziele und die Bedeutung der privaten Gesundheitsversorgung in Österreich.
Frau Mag. Leja, herzlichen Glückwunsch zu Ihrer neuen Funktion als Vizepräsidentin des Verbandes der Privatkrankenanstalten Österreichs. Was bedeutet diese Ernennung für Sie persönlich?
Mag. Annette Leja: Vielen Dank! Es ist eine große Verantwortung, die Interessen der privaten Krankenanstalten zu vertreten. Der Beitrag der Privatkliniken zur Gesundheitsversorgung in Österreich ist in den letzten Jahren gestiegen und von bedeutsamer Relevanz. Als Vizepräsidentin geht es mir darum diesen Beitrag sichtbar zu machen und Rahmenbedingungen zu schaffen, die eine moderne, patientenorientierte Medizin fördern.
Welche Ziele haben Sie sich für Ihre Amtszeit als Vizepräsidentin gesetzt?
Leja: Als Geschäftsführerin bin ich täglich mit konkreten Herausforderungen des Klinikalltags konfrontiert – von Personalfragen über Qualitätssicherung bis hin zur Digitalisierung und Finanzierung. Im Verband kann ich mit diesen Erfahrungswerten an übergeordneten Themen mitarbeiten, etwa an der Schnittstelle zur Politik oder bei der strategischen Weiterentwicklung des privaten Gesundheitswesens. Ich sehe mich als Brückenbauerin im Sinn der der Patient*innen.
Wie ist das zu verstehen?
Leja: Mit mehr als 10.000 Beschäftigten in 80 Mitgliedsbetrieben mit über 7000 Betten bilden die Krankenanstalten, Pflege- und Rehabilitationseinrichtungen in privater Trägerschaft eine zentrale Säule der Gesundheitsversorgung in Österreich – als Ergänzung öffentlicher Einrichtungen. Für Engpässe und bei langen Wartelisten wirkt der Privatsektor als Ausgleich, ohne den es zu gröberen Verwerfungen käme. Ein Viertel der laufenden Gesamtausgaben in Österreich sind privat finanziert, das ermöglicht medizinische Spitzenleistungen und schafft attraktive Arbeitsplätze für Pflege und Medizin. Die enorme Leistung der privaten Gesundheitsversorger verdient politische Wertschätzung. So setze ich mich in meiner Rolle im Verband für faire Rahmenbedingungen und faire Finanzierung ein. Öffentliches und privates Gesundheitssystem bilden eine wertvolle Synergie, von der alle profitieren.