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VPKA-Kongress: Ursula Hübner über IT-Innovationen und wie Kliniken die Entstehung neuer Technologien selbst steuern können


22. September 2017

Für den 1. Kongress des Verbands der Privatkrankenanstalten wurden exklusiv für unsere Mitglieder ExpertInnen der Branche ausgewählt, um das brisante Thema „E-Health“ von allen Seiten zu beleuchten.

In der folgenden, auf www.privatkrankenanstalten.at erscheinenden Interviewreihe erhalten Sie nicht nur Informationen über die Vorträge, Sie gewinnen so auch einen spannenden Überblick über neuartige Innovationen, Technologien und Strategien für die Gesundheitsbranche der Zukunft.

IT und Innovationen: Wie Kliniken die Entstehung neuer Technologien selbst steuern können

Prof. Dr. Ursula Hübner ist Professorin und Leiterin der Forschungsgruppe Informatik im Gesundheitswesen und des Zentrums für Multimedia und IT-Anwendungen an der Hochschule Osnabrück.

Ihre Forschung konzentriert sich vor allem auf die Innovationskraft von Krankenhäusern – und die Möglichkeit, als Gesundheitsbetrieb IT-Innovationen selbst zu steuern.

Frau Prof. Dr. Hübner, was ist in Ihren Augen die größte Herausforderung, wenn es um die Digitalisierung in der Gesundheitsbranche geht?

Deren sinnvoller Einsatz für die Erbringung einer PatientInnen-orientieren und sicheren Medizin und Pflege. Das innovative Krankenhaus steht auch mit der Wissenschaft in einem permanenten Dialog im Sinne eines lernenden Gesundheitssystems.

Wo sehen Sie die Schwerpunkte eines digitalisierten Gesundheitsbetriebs? Was ist das Ziel?

Das Ziel ist eine PatientInnen- und Dienstleistungs-orientierte, strukturierte, bestmögliche Medizin und Pflege auf Basis hinreichend großer Behandlungsfallzahlen, also Erfahrungen und medizinischer Leitlinien und pflegerischer ExpertInnenstandards.

Die Schwerpunkte der Digitalisierung sind sicherlich Prozessmanagement und klinische Informationslogistik, Qualitätsmanagement mittels Data Analytics, d.h. Analyse der eigenen Qualitätskennzahlen, Entscheidungsunterstützung und Zugang zu externen Informationen.

Hier kommt es vor allem auf das Zusammenspiel an!

Welche Fragen sind für Ihre Forschung besonders relevant?

Zuerst einmal muss immer definiert werden, was Innovationen überhaupt sind und was sie auszeichnet. Weitere Fragen sind beispielsweise personeller Natur, wie die Bedeutung der Zusammenarbeit zwischen Klinikern und IT-ExpertInnen oder auch die Rolle der Geschäftsführung. Was hat z.B. diese für eine Einstellung gegenüber Innovationen und wie beeinflusst sie die Intrapreneurship der IT-LeiterInnen?

Gibt es Empfehlungen, die Sie Kliniken gegenüber geben würden, wenn e um Innovationen und die Implementierung digitaler Lösungen geht?

Ich empfehle den Betrieben, ÄrztInnen und Pflegekräfte stark in die Gestaltung der Prozesse mit einzubeziehen. Des Weiteren sollte während bzw. nach der Implementierung auch immer eine Evaluation stattfinden, innerhalb derer überprüft wird, ob die IT-Lösung tatsächlich die Informationslogistik verbessert hat – und/oder ob darüber hinaus andere Ziele erreicht wurden.

Ganz generell rate ich immer zu Risikobereitschaft! Nur so kann Innovation gelingen.