Neuigkeiten

VPKA-Kongress: Speaker Giuseppe Banfi über den digitalen Wandel im Krankenhaus


30. August 2017

Für den 1. Kongress des Verbands der Privatkrankenanstalten wurden exklusiv für unsere Mitglieder ExpertInnen der Branche ausgewählt, um das brisante Thema „E-Health“ von allen Seiten zu beleuchten.

In der folgenden, auf www.privatkrankenanstalten.at erscheinenden Interviewreihe erhalten Sie nicht nur Informationen über die Vorträge, Sie gewinnen so auch einen spannendenden Überblick über neuartige Innovationen, Technologien und Strategien für die Gesundheitsbranche der Zukunft.

Smart Hospitals – Leistungsstarke Krankenhäuser durch Digitalisierung

Prof. Giuseppe Banfi ist wissenschaftlicher Direktor der renommierten orthopädischen Galeazzi-Klinik in Mailand und Geschäftsführer der Stiftung der Klinik San Raffaele, des größten Forschungskrankenhauses in Italien. Beide Kliniken sind Teil der privaten Klinikgruppe San Donato, die zu den größten Gesundheitsgruppen Europas gehört.

Prof. Banfi wird über die Initiierung verschiedener Digitalisierungsprojekte in unterschiedlichen Kliniken sprechen – und warum es wichtig ist, die Skepsis vor neuer Technologie zu überwinden.

Herr Prof. Banfi, Digitalisierung im Krankenhaus ist in vielerlei Bereichen denkbar. Welche konkreten Projekte können Sie empfehlen?

In der orthopädischen Klinik Galeazzi läuft ein sehr umfassendes, breites Projekt, bei dem der gesamte Krankenhausaufenthalt digital nachvollziehbar gemacht wird. Medizinische Behandlungen, behandelnde ÄrztInnen und Pflegekräfte, Aufenthalte in OPs oder anderen Räumlichkeiten – bis hin zur Rehabilitation. In Echtzeit werden hier beispielsweise alle Operationsschritte gemessen und ausgewertet. Es ist so möglich, einen komplexen Bereich wie einen Operationssaal engmaschig zu koordinieren.

Was haben Sie für Erfahrungen bei der Durchführung gemacht? Was hat sich positiv verändert?

Für die Klinik bedeutet das eine enorme Steigerung der Effizienz, denn es konnten beispielsweise Leerzeiten zwischen Operationen durch die digitale Nachvollziehbarkeit um ein Vielfaches reduziert werden. Zusätzlich ist sowohl die Sicherheit der PatientInnen als auch der Angestellten gestiegen. Die PatientInnen haben darüber hinaus die Möglichkeit, den genauen Ablauf Ihrer voraussichtlichen Behandlung kennen zu lernen. Das minimiert Unsicherheiten und stärkt das Selbstvertrauen – und kommt letztlich der Wirksamkeit der Therapie zu gute. Zusammenfassend kann man sagen, dass auf beiden Seiten – bei PatientInnen wie MitarbeiterInnen – die Zufriedenheit gestiegen ist.

Was gab es für Schwierigkeiten bei der Implementierung?

Die Implementierung von neuen Technologien ist generell nicht immer leicht – besonders für die Angestellten. Während Pflegekräfte meist offener sind, wenn es darum geht, ihren alltäglichen Arbeitsablauf digital zu unterstützen, sind ÄrztInnen unserer Erfahrung nach skeptischer. Die digitale Umstellung kann hart sein, aber wenn der Wandel erst einmal vollbracht ist, sind die MitarbeiterInnen gleichermaßen überzeugt davon, dass neue Technologien enorm unterstützend sein können und agieren sehr souverän im Umgang mit ihnen.

Giuseppe-Banfi