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VPKA-Kongress: Jo Nussbaumer über positive Psychologie und was die Privatmedizin für die Zukunft von ihr lernen kann


27. September 2017

Für den 1. Kongress des Verbands der Privatkrankenanstalten wurden exklusiv für unsere Mitglieder ExpertInnen der Branche ausgewählt, um das brisante Thema „E-Health“ von allen Seiten zu beleuchten.

In der folgenden, auf www.privatkrankenanstalten.at erscheinenden Interviewreihe erhalten Sie nicht nur Informationen über die Vorträge, Sie gewinnen so auch einen spannendenden Überblick über neuartige Innovationen, Technologien und Strategien für die Gesundheitsbranche der Zukunft.

Der Mensch in einer digitalisierten Welt: Positive Psychologie für eine attraktive Zukunft

Jo Nussbaumer war als vielfach ausgezeichneter Creative Director in nationalen und internationalen Werbeagenturen tätig. Seine jetzige Tätigkeit bei Hikingdays umfasst Coaching, Organisationberatung und Personalentwicklung. Das innovative Netzwerk verbindet Elemente der Organisationsentwicklung mit aktuellen Erkenntnissen aus jungen Wissenschaften wie Positive Psychologie, Mentaltraining und Wirkung der Natur.

Herr Nussbaumer, wie können Gesundheitsbetreiber die Erkenntnisse der jungen Wissenschaften wie z.B. der Positiven Psychologie für sich nutzen?

Durch den gezielten Einsatz von positiven Elementen, Begeisterung, persönlichen Stärken und Freude lässt sich nachweisbar der Unternehmenserfolg, die Zufriedenheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und damit auch die Attraktivität eines Unternehmens steigern. In mental fordernden Berufen können damit die individuelle Resilienz sowie die Zusammenarbeit in Teams gezielt gefördert werden.

Was für Empfehlungen können aus Sicht dieser jungen Wissenschaften Gesundheitsanbietern gegeben werden, wenn es darum geht, zukunftsgerichtet zu denken und zu handeln und Innovationen offen gegenüberzustehen?
Die Konzepte klassischer Arbeit sowie Organisation und Hierarchien stoßen zunehmend an ihre Grenzen. Das Ziel „Stabilität“ wird den Anforderungen der Gegenwart nicht mehr gerecht. Unternehmen müssen agiler werden, im Denken, in der Zusammenarbeit, in der Steuerung. Zukunftsgerechtes Denken bei Gesundheitsanbietern bedeutet, sich mit dem Thema „Agilität“ auseinanderzusetzen. Es gibt bereits viele Beispiele auch aus der Gesundheitsbranche, wie Vernetzung, Selbstorganisation, Transparenz und Experimentierfreude evolutionäre Unternehmen nicht nur fit für die neuen Herausforderungen gemacht haben, sondern darüber hinaus zum Aufblühen gebracht haben.

Was ist Ihrer Meinung nach die größte Herausforderung, wenn es um Innovationen geht?
Die Digitalisierung, die Automatisierung, die disruptiven und immer schnelleren Veränderungen in der Technik stellen eine immense Herausforderung für die Menschen dar, die damit leben und arbeiten. Wenn es nicht gelingt, die Menschen für diese Herausforderungen zu stärken, ihnen Sinn und Freude zu vermitteln, dann ist Innovation keine Verbesserung, sondern eine Geißel.

Wie könnte das Idealbild von einem zukunftsgerichteten, innovativen Krankenhaus in Ihrer Vorstellung aussehen?
Die Privatkrankenanstalten in Österreich befinden sich bereits auf einem sehr hohen Niveau. Bei allen technischen Innovationen, die möglich sind, bleibt das Ärzte- und Pflegepersonal der entscheidende Faktor. Mein Idealbild schaut daher so aus, dass verstärkt in die sogenannten Human Ressources investiert wird. Denn zufriedene und motivierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit einer positiven Ausstrahlung sind die besten Heilmittel, die ein Krankenhaus seinen Patientinnen und Patienten bieten kann.