Aufnahme und Behandlung in Akutkliniken

Belegspital

Die meisten Privatkrankenanstalten in Österreich sind als Belegspitäler organisiert. Das bedeutet, dass Patientinnen und Patienten sich die Ärztin/den Arzt ihres Vertrauens selbst auswählen. Dieser empfiehlt dann eine Privatklinik, die für die entsprechende, geplante Behandlung bestmöglich ausgestattet ist. Gemeinsam mit der/dem Belegärztin/-arzt haben Patientinnen und Patienten die Möglichkeit, die Infrastruktur der Privatklinik zu nutzen. Hierbei steht der/dem Belegärztin/-arzt ein hochqualifiziertes, in der jeweiligen Klinik fix angestelltes Team zur Seite.

Jede Belegärztin/ jeder Belegarzt muss rund um die Uhr erreichbar sein und darüber hinaus einen Stellvertreter benennen, welche/r ebenfalls in dem Krankenhaus tätig ist, der Patientin oder dem Patienten vorgestellt wurde und ersatzweise erreichbar ist. Das ist gesetzlich festgelegt. Darin ist auch geregelt, dass ständig Personal vor Ort ist, dass die jederzeitige Verfügbarkeit ärztlicher Hilfe sicherstellt, konkret Ärztinnen/Ärzte mit Notarztdiplom.

Sollten Patientinnen oder Patienten noch auf der Suche nach der/dem passenden Ärztin/Arzt für die jeweilige Behandlung sein, kann man auch den Weg über die einzelnen Kliniken wählen. Viele Privatspitäler haben die in ihrem Haus tätigen Belegärztinnen/Belegärzte auf der Website aufgelistet.

Belegarztvertrag (Behandlungsvereinbarung)

Im Rahmen ihres stationären oder ambulanten Aufenthalts in einer Privatklinik schließen Patientinnen und Patienten zwei separate Vereinbarungen ab: Einen Behandlungsvertrag und einen Unterbringungsvertrag.

Der Behandlungsvertrag regelt, dass die Belegärztin/der Belegarzt damit die Verantwortung und Haftung für alle medizinischen Maßnahmen im Rahmen des Aufenthalts der PatientInnen in der Klinik trägt. Darunter fallen die ärztliche Behandlung und Betreuung durch sie/ihn selbst, auf dessen Verantwortung hinzugezogene Konsiliarärzte oder dem vom Haus zur Verfügung gestellten Personal.

Außerdem umfasst der Behandlungsvertrag die notwendige Aufklärung der Patientin oder des Patienten und deren Dokumentation, aber auch deren/dessen Einwilligung zur vorgeschlagenen Behandlung und etwaiger Honorarvereinbarungen, sofern diese nicht über die Versicherung gedeckt sind.

Der Abschluss des Behandlungsvertrages erfolgt mit ihrer Belegärztin/ihrem Belegarzt (schriftlich oder mündlich). Dies gilt nicht nur für den Fall, dass die jeweilige Ärztin/der jeweilige Arzt im Zuge seiner selbstständigen Tätigkeit in der Klinik tätig ist, sondern auch, wenn sie/er in einem Dienstverhältnis zu dem Haus steht. (Auch Hebammen sind hier eingeschlossen.) Die jeweilige Klinik sieht den Behandlungsvertrag bei Einweisung in eine Klinik durch die jeweilige Belegärztin/den jeweiligen Belegarzt als gegeben. Erfolgt keine Nominierung einer behandelnden Belegärztin/eines behandelnden Belegarztes durch die Patientin/den Patienten im Vorfeld, schlägt das Krankenhaus eine Ärztin/einen Arzt vordie/der in weiterer Folge durch die Zustimmung der Patientin/des Patienten zu dessen Belegarzt wird.

Aufnahmevereinbarung (Unterbringungsvertrag)

Die Aufnahme in einer Privatklinik erfolgt auf Basis eines Unterbringungsvertrages zwischen der Patientin/dem Patienten und dem Haus. Diese Vereinbarung legt fest, dass die jeweilige Klinik für die Unterbringung, Verköstigung und Pflege der Patientin/des Patienten verantwortlich ist. Das schließt ein, dass jederzeit ärztliche Hilfe für den Notfall im Haus verfügbar ist, ebenso wie die stationäre Pflege in der Klinik. Hierzu gehören auch therapeutische Leistungen wie zum Beispiel Physiotherapie.

Die Klinik trägt außerdem die Verantwortung für die Qualität der Unterbringung und Pflege. Darunter fallen die Qualifikation des pflegerischen, therapeutischen und sonstigen vom Haus angestellten Personals, aber auch die zur Klinik gehörende Infrastruktur des Hauses sowie die medizintechnischen Ausstattung